Begabungsförderung

Das ÖG-Kollegium hat ein integratives Konzept zur Begabungsförderung erstellt, das seit dem Schuljahr 2002/03 ständig weiterentwickelt wird.

1. Was ist eine hohe Begabung?

Begabung ist mehrdimensional, das heißt, sie erstreckt sich nicht nur auf die intellektuelle Fähigkeit, sondern umfasst auch kreative, künstlerische und soziale Kapazitäten. Sie ergibt sich aus individuellen Anlagen, also aus einer angeborenen Disposition für besondere Leistungen im Zusammenwirken mit der vom Kind jeweils durchlaufenen Sozialisation. Von besonderen Begabungen wird gesprochen, wenn Schülerinnen und Schüler in bestimmten Bereichen in ihrer geistigen oder motorischen Entwicklung den Altersgenossen deutlich voraus sind.

Begabungsförderung ist Persönlichkeitsförderung. Es ist, nach unserer Auffassung, Aufgabe der Gesellschaft, besondere Begabungen zu fördern und Aufgabe der Schule, die Persönlichkeit von begabten Kindern durch eine geeignete Lernumgebung und Förderung zu entwickeln. Wenn eine hohe Begabung nicht erkannt und gefördert wird, können Kinder im ungünstigsten Fall zu Schulversagern und Leistungsverweigerern werden.

2. Warum Begabungsförderung im ÖG?

  • Alle Kinder und Jugendlichen haben Anspruch auf angemessene Förderung ihres Potentials; auch die Klassen im ÖG sind nicht leistungshomogen.
  • Es gibt einen überdurchschnittlichen hohen Prozentsatz von sehr begabten Kindern am ÖG (rund zehn Prozent eines Jahrgangs).
  • In Bremen gibt es zurzeit keine andere weiterführende Schule mit vergleichbarem Angebot. Die Begabungsförderung ist ein Element unseres Schulprofils.
  • Begabungsförderung bedeutet nicht nur die Förderung von kognitiven Fähigkeiten.Wir streben eine ganzheitliche Förderung mit der Vermittlung von Wertvorstellungen, sozialer Kompetenz und Lernkompetenz an. Die beiden letzteren sind Bereiche, die bei Hochbegabten oft zu kurz kommen.

3. Wen betrifft die Förderung?

Nicht nur hochbegabte Kinder (IQ ab 130), sondern auch hochleistende Kinder profitieren von der Förderung. Zu bedenken ist ebenfalls, dass neben intellektuellen Fähigkeiten Kreativität und besonders die Motivation eine entscheidende Rolle spielen, damit sehr begabte Kinder ihr Potential entfalten können. In der Begabungsförderung geht es uns darum, Schülern stimulierende Angebote zu unterbreiten und Unterforderung vorzubeugen. Da Begabungsprofile individuell sehr unterschiedlich sein können, versuchen wir, in verschiedenen Bereichen Zusatzangebote zu machen.

4. Wie ermitteln wir sehr begabte Kinder?

Einige Kinder, die bei uns angemeldet wurden, sind bereits als hochbegabt getestet worden. Alle Kinder der 5. Klassen nehmen innerhalb der ersten Monate an einem standardisierten Mathematik- und Rechtschreibtest teil. Bis zu den Herbstferien liegen auch die Ergebnisse der ersten Klassenarbeiten vor, sodass differenzierte Angaben zu den Kindern gemacht werden können. Auch in höheren Jahrgängen werden auf Konferenzen und in informellen Gesprächen Fördermöglichkeiten erörtert.

5. Prinzipien der Förderung

Wir haben uns für ein integratives Modell der Förderung entschieden, dass im Wesentlichen auf den Prinzipien der Akzeleration und des Enrichment beruht. Als Enrichment-Maßnahme bieten wir allen Kindern der Jahrgänge 5 bis 7 die Teilnahme an speziellen Arbeitsgemeinschaften an: beispielsweise Astronomie in Klasse 5, Mathematik in 6 und 7 (Vorbereitung auf die Mathe-Olympiade). Weitere Enrichment-Kurse, die auch anderen Schülern offen stehen, sind Komposition, Theaterspielen in der Fremdsprache, Geigengruppenunterricht und zusätzliche Fremdsprachen, naturwissenschaftliche Gruppen (wie Jugend forscht oder Physik). Die Kursthemen ändern sich in jedem Schuljahr; wir halten aber an dem Prinzip fest, sowohl wissenschaftliche als auch künstlerische Fächer anzubieten. Unter Akzeleration versteht man hingegen die Möglichkeit, Klassen zu überspringen.

Seit dem Schuljahr 2011/2012 gibt es auch eine MINT-Klasse, die in besonderer Weise begabungsfördernd betreut wird. Mehrere Kollegen haben inzwischen eine Weiterbildung bei eVOCATIOn absolviert.

6. Weitere Maßnahmen

  • reichhaltiges Angebot an Arbeitsgemeinschaften
  • größeres Kursangebot als an staatlichen Schulen
  • Förderung einzelner Schüler (Uni, Schülerakademien etc.)
  • Überspringen von Klassen nach Beratung
  • Parallelisierung von Mathematikstunden, Gruppenunterricht für besonders leistungsstarke Schülerinnen und Schüler
  • Beratung von Schülern und Eltern
  • gleichzeitige Teilnahme an zwei Wahlpflichtfächern in Klasse 8/9
  • Arbeit des Ausschusses „Begabungsförderung“ zum Thema „Lernstrategien“
  • Fortbildungen zum Thema
  • Teilnahme an Wettbewerben
  • Zusammenarbeit mit der Universität und der International University Bremen
  • Zusammenarbeit und Austausch mit anderen begabungsfördernden Schulen