Förderprojekt Rechenschwäche

Das Ökumenische Gymnasium praktiziert seit Jahren ein bewährtes Förderkonzept. Dieses besteht, um Schülerinnen und Schülern im Fach Mathematik bei der Bewältigung von Defiziten zu unterstützen. Dabei wird das Konzept nach Schulstufen differenziert angewendet:

Zu Beginn des fünften Schuljahres wird nach einigen Wochen für alle neu an das ÖG gekommenen Kinder der „Test für operatives Rechnen“ (kurz TOR 5) durchgeführt. Dieser standardisierte Test prüft das Verständnis der natürlichen Zahlen, einfacher Maße, der Grundrechenarten und einfacher Textaufgaben, deren Grundlagen am Schluss von Klassenstufe 4 gelegt worden sein sollten. Nach Auswertung werden dann die Eltern zu einem Elternabend eingeladen, deren Kinder im TOR 5 Schwächen gezeigt haben, die sie möglicherweise nicht selbst zu verantworten haben, sondern im Unterrichtsausfall o.ä. begründet sind.

Nach individueller Beratung und unter Hinzuziehung unserer Schulpsychologin wird dann ein Förderunterricht angeboten. Dieser Unterricht findet am frühen Nachmittag statt (i.d.R. 4. Std.) und wird von einer Lehrkraft betreut, der in ständigem Kontakt mit den Fachlehrern steht. Ziel ist es, Verständnisprobleme und Lücken so früh wie möglich zu schließen. Dabei ist die Förderung nicht als Dauer(nach-)hilfe gedacht.

Darüber hinaus besteht seit nunmehr zwei Jahren in den Klassen 5 und 6 in den Hauptfächern Deutsch, Englisch und Mathematik eine der fünf Unterrichtsstunden aus Halbgruppenunterricht, so dass bei nur ca. 13 Schülerinnen und Schülern hier eine gezielte individuelle Beratung und Förderung leichter möglich ist.

Die Diagnostik für einen Förderungsbedarf ab Klasse 6 findet im Regelunterricht statt und wird institutionell in den Zeugniskonferenzen im Januar und am Schuljahresende sowie durch sog. Förderkonferenzen im November und im April in den Klassenkonferenzen besprochen. Auch für die Klassenstufen 6 bis 9 wird dann ein Förderunterricht am Nachmittag angeboten, der wie auch in Klasse 5 von den Eltern bezahlt werden muss.

Für die betreuenden Kräfte existiert eine umfangreiche Sammlung von Übungsmaterialien, so dass im Förderunterricht nicht nur dafür gesorgt wird, dass eine Mitarbeit am aktuellen Unterrichtsstoff wieder besser möglich wird, sondern auch strukturelle Hilfen im Hinblick auf das selbstbestimmte Lernen gegeben werden können („Das Lernen Lernen“, Lernstrategien entwickeln).

Somit sind die Organisationsformen und Inhalte den Bedürfnissen der verschiedenen Klassen angepasst und flexibel, damit sie eine individuelle Förderung ermöglichen. Einzelne Themenbereiche werden wiederholt, vertieft und mit unterschiedlichen Arbeitsformen eingeübt. Die Eltern werden auch über den Förderbedarf schriftlich/mündlich informiert. Lernfortschritte werden schriftlich fixiert und an die FachlehrerInnen in den folgenden Klassenstufen weitergegeben.

Da die Ursachen einer – zeitweisen – Mathematikschwäche oft vielschichtig sind, findet in jedem Fall eine gründliche Absprache aller beteiligten Kräfte – Lehrer, Eltern, Schulpsychologin – statt, um ggf. auch eine Überforderung der Schülerin bzw. des Schülers zu vermeiden. So ist z.B. häufig die Teilnahme an einem Konzentrationstraining eher angeraten.

Eine Förderung bei diagnostizierter Dyskalkulie ist am Ökumenischen Gymnasium nicht möglich, da diese spätestens nach Klasse 3 der Grundschule beginnen muss.