Suchtberatung

Unsere Gesellschaft „pflegt“ in vielfältiger Weise ihre Süchte – ob Alkohol, Tabak, Arbeit oder Internet. Die Steuereinnahmen aus Alkohol- und Tabaksteuern machen ein Vielfaches des Jahreshaushaltes der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung aus. Darum ist die Vorbeugung gegen Suchtgefahren ein selbstverständliches Arbeitsfeld jeder Pädagogik, der täglichen Erziehungsarbeit der Eltern genauso wie derjenigen des einzelnen Lehrers und der Schule. Ziel dieser Arbeit kann es dabei nicht sein, Drogenfreiheit zu erreichen (weil legale Drogen wie Alkohol und Tabak alltäglich sind), realistisches Ziel aber ist die Freiheit von Sucht.

Sucht ist nach dem Verständnis unserer Präventionsarbeit ein ausweichendes Verhalten in dem Sinne, dass ein Süchtiger durch die Sucht einer für ihn schwierigen persönlichen Situation entkommen möchte. In diesem Sinn ist eine Sucht der misslungene Versuch, eine persönliche Krise zu lösen.

Vielen Menschen steht ein ganzes Spektrum von Lösungsmöglichkeiten zur Verfügung – etwa Gespräche, sportliche Betätigung, religiöse Einkehr, Meditation oder Musik. Dem Süchtigen bleibt (aus Gründen, die hier nicht dargestellt werden können) nur die Sucht. Hat sich süchtiges Verhalten einmal manifestiert, setzt es sich unabhängig vom Anlass selbständig fort –häufig, weil der Suchtstoff ein physisches Suchtpotential besitzt, also abhängig macht.

Unser Präventionsansatz

Aus dem oben Gesagten ergibt sich ein Ansatz, der versucht, Kinder und Jugendliche in ihrer Persönlichkeit so zu stärken, dass sie Problemen nicht ausweichen müssen, das Motto heißt „Kinder stark machen“. Folgende Fähigkeiten sind dabei die Lernziele:

  • ein gesundes Selbstbewusstsein entwickeln
  • Frustrationen aushalten können
  • eigene Möglichkeiten und Grenzen erkennen
  • Mut haben, nein zu sagen, sich abzugrenzen
  • Konflikte aushalten und lösen können
  • Gefühle empfinden und ausdrücken können.

Selbstverständlich kann keine Schule dies allein erreichen, sie braucht als Voraussetzung eine Elternschaft, die diesen Zielen gegenüber positiv eingestellt ist und diese tatkräftig unterstützt. Aber sie kann durch ihre Arbeit Perspektiven für jeden Schüler aufzeigen, ein Leben ohne Sucht zu führen.

So arbeiten wir konkret

Suchtprävention ist keine isolierte Tätigkeit, die während Projekttagen oder ähnlichem geleistet wird. Sie ist eingebunden in ein umfassendes Erziehungskonzept, welches Ziele verfolgt, die den obigen entsprechen. Dafür sind unsere Erziehungsziele eine gute Voraussetzung, die alltägliche pädagogische Arbeit an sich ist also – im Idealfall – eine gute Suchtprävention. Darüber hinaus ist die Vermittlung von Sachinformationen über Alkohol, Tabak, Drogen sowie Essstörungen altersgerecht in den Lehrplan Biologie integriert. Desgleichen sind im Lehrplan für Religion Themen zur Sucht zu finden, eine Option dafür gibt es auch im Fach.

Manche Klassen besuchen für einen Vormittag die Suchtprävention Bremen (das ehemalige Drogenreferat), in dem speziell ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer Informationsveranstaltungen zum Thema anbieten. Es gibt eine Beratungslehrerin für Suchtprävention, die Schüler, Lehrer und Eltern zu diesem Thema berät. Sie unterliegt der Schweigepflicht, wie alle Beratungslehrer im Lande Bremen. Die Ratsuchenden können also sicher sein, dass Gespräche vertraulich bleiben – auch und gerade gegenüber der Schulleitung und Schulbehörde.

Ziel jeder Beratung ist es, Betroffenen Wege aus persönlichen Krisensituationen aufzuzeigen, beispielsweise die Vermittlung professioneller Hilfe oder eine Beratung für den Umgang mit Konflikten in Schule und Elternhaus. Es finden regelmäßig Elternabende zu allen Fragen rund um das Thema Sucht statt.

Zuständig für die Suchtprävention am ÖG sind Frau Schaffler und Frau Strudthoff, die in dieser Funktion auch suchtberatung(-- at --)oegym.de erreichbar sind.