Chemie

Die Naturwissenschaft Chemie befasst sich mit der Zusammensetzung und dem Aufbau von Stoffen, ihren spezifischen Eigenschaften und sie gibt Erklärungen für Stoffveränderungen.

Ohne Kenntnisse der Chemie sind viele alltägliche Vorgänge, wie etwa das Aufsprudeln von Brausepulver oder das Verrosten eines Fahrrads, nicht hinreichend erklärbar. Viele Erkenntnisse und Erfindungen aus dem Bereich der Chemie haben immensen Einfluss auf unsere Lebensqualität – sei es bei der Herstellung von Spezialkunststoffen, Arzneimitteln, Düngemitteln, eines noch leistungsfähigeren Akkus oder eines noch weißer waschenden Waschpulvers. Daher ist es ein wichtiges Anliegen des Chemieunterrichts, für die Allgegenwärtigkeit der Chemie zu sensibilisieren. Die Massenanwendung chemischer Produkte ist heute zur Norm geworden, bedarf jedoch auch einer kritischen Prüfung unter Umweltaspekten.

Chemie wird am ÖG im zwölfjährigen Bildungsgang in Klasse 8 und 9 zweistündig, in Klasse 10 zweistündig mit ergänzender Vorlesungsstunde auf Basis aktueller fachdidaktischer und methodischer Erkenntnisse unterrichtet.
In der Kursstufe besteht die Möglichkeit, Chemie als Wahlhauptfach mit 4 Wochenstunden oder als Grundfach mit 2 Wochenstunden zu belegen. Die schriftliche Abiturprüfung in Chemie ist seit 2008 in Bremen sowohl für Grund- als auch Hauptfach eine zentrale Prüfung.

 Chemie in der Mittelstufe

Besonders naturwissenschaftlich interessierte Schülerinnen und Schüler können in Klasse 8 und 9 das Fach Naturwissenschaftliches Experimentieren (NAT) als Wahlpflichtfach wählen. Weiterhin können sich an Chemie und an naturwissenschaftlichen Experimenten interessierte Schülerinnen und Schüler in den Arbeitsgemeinschaften Jugend forscht/Schüler experimentieren engagieren.

Der Anfangsunterricht in Klasse 8 befasst sich besonders mit dem Stoffbegriff: Stoffeigenschaften werden wiederholend aus Klasse 6 thematisiert, Gemische klassifiziert. Stoffumwandlungen, also chemische Reaktionen, werden an den Inhalten Luft und Verbrennung, Metalle und Metallgewinnung, Wasser und Wasserstoff erarbeitet. Ein wichtiges Konzept in Klasse 8 ist z.B. das Stoff-Teilchen-Konzept.

In zweiten Jahr, in Klasse 9, werden vor allem die Bezüge zwischen Atombau, Aufbau des Periodensystems der Elemente und Eigenschaften bestimmter Elemente zum Schwerpunkt des Chemieunterrichts. Die grundlegenden Konzepte sind das Donator-Akzeptor-Prinzip – es erklärt chemische Bindungen, Säure-Base-Reaktionen und Redoxreaktionen und das Struktur-Eigenschafts-Konzept.

Chemie in Klasse 10 und der Kursstufe

Im Jahrgang 10 liegt der inhaltliche Schwerpunkt auf einer Einführung in die Organische Chemie. Die „OC“ ist die Chemie der Kohlenstoffverbindungen und Naturstoffe: Erdölprodukte, Alkohole, organische Säuren, Ester und andere bieten die Möglichkeit, sich einführend mit einer überschaubaren, alltagsrelevanten Auswahl aus der enormen Vielfalt organischer Stoffklassen auseinanderzusetzen.

In der Kursstufe sollen die Schüler einerseits verstärkt an wissenschaftliches Arbeiten herangeführt, andererseits auch auf das Zentralabitur vorbereitet werden. Je nach Zentralabiturvorgaben können Lehrplanmodule zu unterschiedlichen Kursfolgen zusammengestellt werden: Benzol- und Farbstoffchemie, Kunststoffchemie, Fette und Tenside oder Zuckerchemie als Fortführung der organischen Chemie aus Jahrgang 10, Massenwirkungsgesetz und Säure-Base-Reaktionen, Elektrochemie, Reaktionskinetik, Energetik als Beispiele für Lehrplanmodule aus der anorganischen oder physikalischen Chemie.

Methodenkompetenz gehört dazu

Ein wichtiges Ziel des Chemieunterrichts ist zudem der Erwerb von naturwissenschaftlichen Methodenkompetenzen. Dazu zählen die Planung und Durchführung von Experimenten, exaktes Beobachten und Auswerten von Versuchsergebnissen, Erstellung von Versuchsprotokollen, Bildung von Hypothesen und Deutung von Ergebnissen, Arbeit mit verschiedenen Modellvorstellungen, Systematisieren und Klassifizieren, Recherchearbeit und vieles mehr.