Darstellendes Spiel

Theater ist ein Labor, in dem man Leben ausprobiert (frei nach John Cage)

Theater gibt es an unserer Schule, seit es die Schule gibt. So führen heute – wie vor 30 Jahren – Theater-Arbeitsgemeinschaften in allen Jahrgangsstufen regelmäßig ihre Produktionen dem Schulpublikum und der Öffentlichkeit vor:


Das Fach Darstellendes Spiel existiert am ÖG seit 1992. Neben den zahlreichen funktionierenden Theater-AGs in Unter-, Mittel- und Oberstufe wurde so ein Fach eingeführt, das den Schülerinnen und Schülern eine fundierte Grundausbildung in den Bereichen Theatertheorie und Schauspielschulen, Regiearbeit und Dramaturgie, Licht und Bühnentechnik, Anleitung und Weitergabe bietet.

Die Kurse arbeiten in Jahrgangskursen, wobei die Älteren ihre Kenntnisse in Probenprozessen den Jüngeren zeigen und sich somit selbst anleitend ausprobieren können. Eine offene Feedbackkultur hilft den Anleitern dann bei der Anfertigung ihrer schriftlichen Reflexionen. Die Schülerinnen und Schüler lernen, ihre Mitschülerinnen und Mitschüler bei Aufwärmübungen und Probenprozessen anzuleiten und zu begleiten, für das Wohlbefinden einer Gruppe und ihrer Mitglieder für eine bestimmte die Verantwortung zu übernehmen. Auch die konkrete Probenarbeit wird oft von erfahrenen Schülerinnen und Schülern ebenso betreut und angeleitet. Die Lehrerinnen und Lehrer bieten die Ausbildung und den schützenden Rahmen, in dem solch eine eigenverantwortliche Arbeit gedeihen kann.

Experimentelle Arbeiten spielen eine wichtige Rolle

Neben erzählend dramatischen Produktionen wie Brechts „Dreigroschenoper“, diversen Shakespeare-Adaptionen, Romandramatisierungen wie dem Leukämiedrama „Augenblicke.“ und „Wir Kinder“ (vom Bahnhof Zoo) oder Kabarett-Abenden mit Texten von Kästner und Tucholsky stehen experimentelle Arbeiten im Mittelpunkt der Arbeit im Fach Darstellendes Spiel. „Die Kunst als eine Art Labor, in dem man Leben ausprobiert“, wie der amerikanische Komponist John Cage es formulierte, wird hier sehr wörtlich genommen.

Zeugnis dafür bieten die Produktionen „PHYRADOX“, eine Fusion aus Dürrenmatts „Physikern“, Gedichten von Erich Fried und Gedanken von Albert Einstein, „Mahlzeit“, eine Eigenproduktion über ein Kinderbuch, das ein Fußballspiel im Schützengraben des I. Weltkrieges zum Thema hat, Performances „Abschied“ oder „T/Raum“, mit dem eine Gruppe des ÖG am Theaterfestival der Länder in Frankfurt teilnahm. Die Produktion „Monologe“ verband beide Aspekte: Klassische und neue Monologe wurden so zu einer szenischen Collage, in der die Schauspielerinnen die von ihnen gewählten Personen zu Leben erweckten, sich ihnen aussetzten und sich mit ihnen dem Publikum aussetzten – eine intensive Arbeit, die ihre Wirkung beim einzelnen Zuschauer nicht verfehlte.

Zusätzlich zu den im Stundenplan verankerten Schulstunden begeben sich die Theatergrupen einmal im Jahr für ein paar Tage auf die Oste-Werft bei Cuxhaven, wo fern vom Schulalltag Gruppen gefestigt und Produktionen vorbereitet werden.Bericht

Darstellendes Spiel wird in unserer Schule ergänzend zu Musik und Kunst angeboten, in den Abiturprüfungen (4. Prüfungsfach) können die Schülerinnen und Schüler zeigen, wie im Theater vernetztes Wissen, kreative Aktivitäten und soziale Kompetenz einhergehen.