OLMUN 2017: 4 Tage als delegates bei OLMUN

“New challenges, new opportunities – Our World is in upheaval” war das Motto der diesjährigen OLMUN (Oldenburg Model United Nations) Veranstaltung, die vergangene Woche 30 SchülerInnen des 11. Jahrgangs zusammen mit Frau Behling besuchten. Eine einzigartige Chance für interessierte Jugendliche, an Diskussionen und Austausch über globale Themen teilzunehmen und viel Neues über (Außen-)Politik, Diplomatie und Redekunst zu erfahren.

Jede/r bekommt ein Land zugeteilt, über das er/sie sich als sog. delegate informiert und vier Tage damit verbringt, es zu vertreten und in dessen Interesse zu agieren. Somit lernt man direkt, sich das wichtigste Wissen anzueignen, eine andere Meinung zu vertreten und gute Argumente für diese Meinung auszuarbeiten.

Wir alle gingen sehr erwartungsvol,l aber auch gespannt zu diesem Event. Für uns war es das erste Mal bei einem MUN-Treffen und wir wussten nicht so genau, was es zu erwarten gab, während von den insgesamt etwa 700 Jugendlichen manch andere schon an um die zehn verschiedenen MUNs teilgenommen hatten. Dies erwies sich jedoch nur als kleine Hürde, denn schon bald hatte man den Dreh raus und konnte ohne Schwierigkeiten am Ablauf teilnehmen.

Dem Dresscode entsprechend fein gekleidet, trafen wir uns am ersten Tag um 8 Uhr am Bremer Hauptbahnhof und fuhren zusammen nach Oldenburg. Vom dortigen Bahnhof war es nicht weit zu den Weser-Ems-Hallen, wo diese Woche die Hauptveranstaltungen von OLMUN stattfinden sollten.

Bei der Registrierung erhielt jede/r von uns ein Survival-Package mit Informationen, Notizblock, Stift und einer personalisierten Ausweiskarte. Dann hatten wir zunächst ein paar Stunden Freizeit, in der manche von uns erst einmal ein wenig Oldenburg erkundeten oder in einem lokalen Café entspannten.

Um 12 Uhr begann die Opening Ceremony. Ein Einführungs- und Willkommensvideo, eine motivierende Rede der Secretary General und zwei interessante Vorträge von Gastsprechern (natürlich alles auf englisch) halfen uns, uns auf die kommenden Tage einzustimmen. Schon hier konnten wir das erste Mal die Sitzordnung einnehmen, alphabetisch nach Ländern geordnet, mit einer kleinen Flagge und dem Namens-placard, welches wir “present” rufend nach oben halten sollten, sobald beim sog. Roll Call unser Land aufgerufen wurde. Diese Prozedur durften wir die nächsten Tage noch etwa sieben weitere Male erleben.

Um 16 Uhr wurden wir wieder entlassen, nicht ohne zum Barbecue am frühen Abend eingeladen zu werden. Manche von uns machten sich also noch einen schönen Nachmittag in Oldenburg und gingen anschließend um 19 Uhr zum Barbecue in einer nahe dem Stadtzentrum gelegenen Schule. Mit Gegrilltem und schöner Musik ließen wir zusammen den ersten Tag ausklingen und hatten auch eine super Chance, andere OLMUN-Teilnehmer besser kennenzulernen.

Der zweite und dritte Tag dienten dazu, uns in zugeteilten Komitees über bestimmte Themen und Probleme auszutauschen, zu debattieren und Resolutionen zu verfassen. Während wir am ersten Tag noch mit zwei bis vier anderen VertreterInnen unseres Landes zusammen saßen, waren wir nun auf uns allein gestellt.

Insgesamt gab es neun verschiedene Komitees, an neun über Oldenburg verteilten Standorten. Das General Assembly’s First Committee debattierte die Bedrohung von chemischen und biologischen Waffen, das General Assembly’s Third Committee die Entwicklung von Richtlinien für nachhaltige Urbanisierung und der Security Council den anhaltenden bewaffneten Konflikt in Yemen. Hinzu kamen der Economic and Social Council, das United Nations Environment Programme GC, der Human Rights Council, die United Nations Industrial Development Organization, die Commission on the Status of Women und die African Union.

Der Ablauf in diesen Komitees sah zunächst eine Einführung mit freiwilligen Eröffnungsreden von unterschiedlichen Ländern und dann eine begrenzte Zeit für Lobbying vor. In dieser konnten wir uns frei bewegen und mit allen gewünschten VertreterInnen anderer Länder über das Thema unterhalten. Nach und nach bildeten sich Interessengruppen, die zusammen an einer ausformulierten Resolution arbeiteten, in welche sie ihre Lösungen und Ziele zum debattierten Thema niederschrieben.

Die eingereichten Resolutionen wurden daraufhin wieder in formalem und geordneten Zustand vorgestellt und diskutiert. Nach Pro- und Kontra-Reden und die Möglichkeit für jede/n, Veränderungen einzureichen, wurde abgestimmt. Je nach Interessen des zu repräsentierenden Landes hatte man nun die Wahl, eine Stimme für oder gegen diese Resolutionen abzugeben oder sich zu enthalten.

Eine kleine Überraschung für uns waren die häufigen Punishments, das Note-Passing sowie die Gossip Box, welche noch mehr Spaß und Vergnügen in die Konferenzen brachten. Punishments waren kleine Strafen für alle, die z.B. zu spät ihre vorbereitenden Grundsatzprogramme abgegeben hatten, zu spät kamen, dem Dresscode nicht folgten, unangebrachte Nachrichten verschickten (so einige vertrieben sich gerne die Zeit mit ein paar Runden Tic-Tac-Toe) oder etwa während des Diskutierens einschliefen. Auch einige von uns traf es und so mussten wir mal alle zusammen Let it go von Frozen trällern, den Ketchup Song tanzen oder etwa einen Catwalk durch den Raum absolvieren.

Um untereinander zu kommunizieren, hatte man die Möglichkeit, den anderen Ländern eine Nachricht zu schreiben. Doch auch dies wurde ganz offiziell geregelt, denn es gab ein Helfer-Team, welches diese Notizen überbrachte und dabei prüfte, ob es denn angebracht oder dem leitenden Vorsitz zu übergeben sei, die dann wiederum Punishments verteilen durften.

In der Gossip Box sammelten sich über den Tag dann alle nicht ganz so formellen Nachrichten an: zum Beispiel selbstgeschriebene Gedichte, Komplimente an andere delegates oder lieb gemeinte Scherze übereinander; aber natürlich alles anonym.

Am Abend des dritten Tages war im lokalen Molkerei Klub eine Party für alle angesetzt, ganz wie eine typische Club-Nacht gestaltet, mit viel Tanz, Gesang und Spaß.

Etwas erschöpft, aber glücklich fanden sich am vierten und letzten Tag erneut alle in den Weser-Ems-Hallen (General Assembly’s First und Third Committee) oder in den vorherigen Standorten ein, um die letzten Resolutionen zu besprechen und abzuschließen.

Nach einer kurzen Mittagspause begingen alle zusammen die Closing Ceremony. Emotionale Abschlussreden wurden gehalten, jedes Komitee stelle die Fortschritte der letzten Tage vor, und ein letztes Mal wurde der Roll Call durchgeführt.

Zur Verabschiedung erhielten wir alle eine Teilnahmeurkunde und die letzten Gruppenfotos als Erinnerungen wurden gemacht.

Für uns alle hat sich OLMUN gelohnt und es ist sicher, dass wir dieses Erlebnis nicht so schnell vergessen werden! Für Jugendliche, die entweder an Politik interessiert sind, gerne neue Leute treffen oder einfach mal in diese andere Welt der Vereinten Nationen hineinschnuppern wollen, ist OLMUN eine super Gelegenheit.

Ganz ganz herzlich wollen wir uns bei Frau Behling bedanken! Mit einer super Organisation und dem Überblick über alles, hat sie uns sicher durch OLMUN geleitet und das Gesamte noch viel schöner für uns gemacht.

Einen weiteren Bericht mit vielen Fotos finden Sie hier.

Ella W., 11. Jahrgang (Hauptfach Politik)