digitale Schulbücher – eine Verbesserung zur Papiervariante?

notebook-738794_1280Eine meiner größten Hoffnungen für die Medienklasse war, endlich keine dicken, lästigen Schulbücher mehr mit mir tragen zu müssen, schnell die richtige Seite finden, den wichtigsten Text markieren und anschließen im Split-Screen-Modus das Buch und mein Schreibprogramm gleichzeitig benutzen – viele Vorteile liegen auf der Hand. Doch ganz so weit ist die Technik (noch) nicht.

Für unsere Schulbücher benutzen wir die App „Digitale Schulbücher.“ Nachdem das entsprechende Buch gekauft wurde, muss man im Browser (in der App gibt es diese Möglichkeit nicht) einen Code eingeben, der das Buch dem eigenen Konto hinzufügt. Beim ersten Aufruf des Buchs kann man das Buch entweder komplett auf das iPad herunterladen oder sich entscheiden, Seiten nur bei Bedarf aufzurufen – dies benötigt aber eine durchgehende Internetverbindung, während man nach einem kompletten Download das Buch auch offline zur Verfügung hat.

Das Arbeiten mit den digitalen Büchern hat allerdings auch einige Nachteile. Man kann zwar in den Büchern zeichnen, hat aber, wenn man einen Fehler macht, nur die Möglichkeit, alle Markierungen auf einmal zu löschen. Ein ‚Radiergummi’ gibt es nicht. Außerdem sind die Seiten nicht im pdf-Format, daher gibt es auch keine Möglichkeit, den Text genau wie mit einem Textmarker zu markieren. Deshalb hinterlegen die gemachten Markierungen nicht den Text, sondern überschreiben ihn, machen ihn also unleserlich.

Das für mich aber größte Problem der digitalen Schulbücher ist, dass die App im Moment noch nicht den Split-Screen oder Slide-Over Modus von iOS 9 unterstützt. Daher muss man, wenn man im Wechsel schreiben und auf das Buch zugreifen muss, immer zwischen beiden hin- und herwechseln. Das wird ziemlich schnell ziemlich umständlich. Eine Lösung für dieses Problem ist es, Screenshots der Seiten zu machen und in der Bilder-App anzugucken, die Split-Screen unterstützt. Solange diese beiden Probleme aber nicht gelöst sind, werde ich die digitalen Schulbücher nur als zweitklassigen Ersatz sehen können.

Adrian