So schön kann Programmieren sein: Aftermovie der Roboternacht Sankt Augustin 2022

Am Freitag vor fast zwei Wochen standen 14 Schülerinnen und Schüler nach der 5. Stunde an der „blauen Mauer“ und durften ausnahmsweise schon früher die Schule ins Wochenende verlassen – Wochenende? – Nicht ganz:

Mit zwei PrivatPKW und einem Sprinter der Fahrzeugflotte vom Mercedes-Benz Werk Bremen fuhren vier ÖG-Robotik-Teams, drei Eltern, Frau Cullmann und allem, was das ÖG an Lego-Kisten zu bieten hatte, fast staufrei nach Sankt Augustin, wo um 16 Uhr im großen Hörsaal der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg die diesjährige Roboternacht zum Thema „Minions“ eröffnet wurde.

Das 24h-Event, das freitags um 16 Uhr beginnt und samstags um 16 Uhr endet wird jährlich von unterschiedlichen Studierenden der Fachbereiche Elektrotechnik und Technikjournalismus erdacht, entworfen, vorbereitet und durchgeführt.

Bis 12.00 Uhr am Samstag durfte programmiert und vor allem ausprobiert werden, denn die Regeln waren erst 19 Stunden zuvor verteilt worden. Nach einem gemütlichen Mittagessen im Innenhof der Hochschule, dem Reinigen unserer Räume und dem Besuch der riesigen Lego-Ausstellung mit Modellen aus Belgien, Deutschland, Holland und der Schweiz, die zeitgleich im Foyer stattfand, starteten um 12.30 Uhr für jedes der 26 Teams zwei Wettbewerbsrunden.

Doch vor den Ergebnissen muss unbedingt ein Wort zu den ÖG-Robotikern und ÖG-Robotikerinnen fallen, die den Begriff AG, Arbeits-GEMEINSCHAFT, neu definierten und in einem seit Corona lange ersehnten jahrgangsübergreifenden Erlebnis Begeisterungsfähigkeit, Teamwork, Verlässlichkeit, Durchhaltevermögen, Zeitmanagement und Freundschaft in den Vordergrund des 24-Stunden-Events stellten.

Die ÖG-Brains starteten in eher ungewohnter Besetzung (Viktoria, Anna, Max, Niklas) und hatten sofort einen Plan: Max kannte die Regeln in und auswendig und erstellte eine Aufgaben-Übersicht, Niklas war zum Chefkonstrukteur gekürt worden und Viktoria und Anna teilten sich das Programmieren.

Für ÖG-Storm war es das erste außerschulische Turnier, so dass die Begeisterung von Etienne, Marco und Sebastian zunächst den bereits probefahrenden Königswinterern galt, bevor sie selbst starteten – allerdings ihr Lego-„Gehirn“ schon nach wenigen Stunden aus Überlastung oder anderen Gründen leider nicht mehr nutzen konnten – Gut, dass die Robotiker vom CJD Königswinter immer alles dabei haben: Mit neuem Gehirn und geliehenem Laptop ging es frisch ans (neue) Werk, dessen Start gut gelang!

ÖG-Zeus (Joost, Felix, Yanick) war eigentlich vollzählig angereist, aber konnte bereits nach der Einführungsveranstaltung leider nur noch zu zweit bauen und programmieren. Für die letzten Tasks des langen Aufgabenzettels reichte es daher nicht mehr ganz, dafür waren ÖG-Zeus die ersten, die die Tür zum Tower-Diamanten öffnen konnten (wohl denen, die sich in der Minions-Geschichte mit Gru auskennen ;-))!

Das vierte ÖG-Team hatte das ganze Schuljahr noch keinen Legostein in der Hand gehabt, aber schlug sich dennoch tapfer: Bei ÖG-Leftover mit Gianluca, Leo und Luis gab es Experten für Simulationsrobotik, fischertechnik und Calliope-Programmierung – auch ihr Roboter schaffte am Ende die Tür, verlor allerdings das Wettrennen gegen das James-Bond-Auto…

Waren die Gänge der Hochschule kurz nach dem Abendessen noch wuselig gefüllt von großen und kleinen Programmieren der 11 teilnehmenden Schulen, konnte man gegen Mitternacht schon das mit Zahnbürste bewaffnete Schlurfen in die „Minions“-Toiletten beobachten. Manche Teams hatten ihr gesamtes Equipment einfach direkt neben die Testarenen gestellt, andere sich Test-Bausteine mit in den eigenen Raum genommen – die Grenzen waren fließend.

Das ÖG hatte aufgrund der erhöhten Coronawarnstufe für die 6d zwei Räume zugewiesen bekommen, in denen programmiert und geschlafen wurde: Jeder, so wie er es gern wollte.

Allerdings soll es auch Elternteile mit Ruhebedürfnis gegeben haben, die einfach eine Etage über uns im Gang lagen …

ÖG-Zeus hatte am Freitag Abend zwar noch nicht alle Tasks bearbeitet, besann sich aber auf ein frühes Frühstück und guten Schlaf. ÖG-Storm dagegen gelang mit dem Computer der Königswinterer auf einmal viel mehr als zuvor bei der ipad-Programmierung und hielt sich mit viel Enthusiasmus bis weit in die Nacht an den Arenen auf – manchmal auch mit weniger Erfolg, dafür mit gutem Sinn für Gemeinschaft! Die ÖG-Leftovers bauten fast ein halbes Dutzend unterschiedliche Roboter, bevor sie sich für ein Modell entscheiden konnten, das zum Wettkampf antreten sollte: Hier zeigte sich die ungewohnte Teamzusammensetzung, bei der niemand auf alt eingespielte Routinen zurückgreifen konnte. Dennoch fuhr auch der Leftover-Bot immerhin bis zur Rampe!

Das größte Durchhaltevermögen zeigten aber die Planungsasse von den ÖG-Brains: Manches Mal wollte einer aufgeben, da es nicht zwei gleiche Probeläufe gab – trotz des nie veränderten Programms! Die Motoren waren einfach zu alt, um synchron zu laufen. Aber immer gab es einen oder eine der vier Robotiker, die zum Durchhalten aufrief und wieder neue Ideen zum Diamantenraub oder dem Wettrennen bzw. der Rampe hatte.

Als alle dann erst gegen 5.30 Uhr am Samstagmorgen ihre „Hochbetten“ (Isomattenlager auf zusammen geschobenen Tischen) bestiegen, schliefen wirklich alle anderen ÖG-Robotiker schon längst! – Was für ein Teamwork von den ÖG-Brains! Wow!

Dass nicht alle beim Frühstück gesehen wurden, mancher später noch auf dem Gang weiterschlief und auch beim Mittagessen noch nicht wieder die 100%ige Gesprächsbereitschaft da war – wer wollte es ihnen verdenken?

Zum Wettbewerbsstart aber saßen alle ÖG-Robotiker pünktlich im Hörsaal und kamen nach dem Aufrufen auf die Bühne zum Wettkampf: Einmal wieder zeigte sich unsere ÖG-Arbeits-GEMEINSCHAFT daran, dass auch ÖG-Zeus am Spielfeld der ÖG-Leftovers mitfieberte, dass ÖG-Storm die Daumen für die ÖG-Brains drückte und dass wir uns alle gemeinsam lautstark beschwerten, als der Schiedsrichter den Lauf (nach guten Punkten) komplett neu starten wollte, nur weil am Tisch (unverschuldet) eine Batterie ausgefallen war. – Der Lauf ging an anderer Stelle weiter, die Punkte vom Start wurden gutgeschrieben!

Bei der Siegerehrung konnten die ÖG-Leftovers mit dem 25. Rang einen Achtungserfolg erzielen, ÖG-Storm wurde 21. und lag sogar punkt- aber nicht wertungsgleich mit dem 17. Platz. ÖG-Zeus hätte am Ende auch gern noch einen zusätzlichen Lichtsensor gehabt oder auf mehr Routine-Programmierung zurückgegriffen, freute sich in kleiner Besetzung aber trotzdem über Rang 14 – und für die ÖG-Brains hatte sich die Nachtschicht gelohnt: TOP TEN!

Hinter den ausnahmslos älteren besseren Teams waren die ÖG-Brains als quasi 6.-Klass-Team auf dem 9. Platz unter 26 Teams gelandet: Trotz der Motoren, trotz der Sensoren und trotz der App – aber gerade weil sie mit Teamwork und ungebrochener Begeisterungsfähigkeit und Motivation ihren Plan verfolgt und die Aufgaben ihrer „Liste“ in Angriff genommen haben: Herzlichen Glückwunsch!

Wir danken dem Mercedes Benz Werk Bremen herzlich für den großen Transporter mit Platz für Lego, Matratzen und Schläfsäcke und freuen uns über die seit sechs Jahren so strahlend leuchtenden Roboter-Shirts, die wir dank der ExÖGs anschaffen durften!

Den Eltern(teilen) von Etienne, Marco, Sebastian, Viktoria und Yanick vielen Dank für die Unterstützung vor Ort!

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