Die Stiftung
Ziel und Zweck
Die Stiftung ist benannt nach der Gründerin des Ökumenischen Gymnasiums zu Bremen, Erika Opelt-Stoevesandt, und wurde 2006 anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Schule gegründet.
Sie verfolgt das Ziel, begabten Schülerinnen und Schülern den Zugang zum Ökumenischen Gymnasium zu ermöglichen, deren Familien das Schulgeld nicht oder nicht in voller Höhe aufbringen können – hauptsächlich durch die Vergabe von Stipendien. Ein Stipendium kann vorübergehend oder über die gesamte Gymnasialzeit bis zum Abitur gewährt werden.
Das Wunsch der Stiftung ist es, möglichst viele Stipendien bereitzustellen. Unser Ziel ist ein Stiftungskapital von zehn Millionen Euro, die wir durch kontinuierliche Zuwendungen schrittweise erreichen wollen.
Darüber hinaus unterstützt die Stiftung die Schule durch die Förderung von Baumaßnahmen sowie Maßnahmen, die der Integration und Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler dienen. Dazu gehört auch die Unterstützung bei individuellen Schwächen wie Lese-Rechtschreibschwäche oder Beiträge für Klassen- und Kursfahrten.
Die Stiftung ist gemeinnützig, untersteht der Aufsicht der Bremer Stiftungsbehörde und genießt damit das volle Vertrauen der zuständigen Behörden.
Erika Opelt-Stoevesandt
Unser Gymnasium wurde 1981 von Erika Opelt-Stoevesandt gegründet, einer mutigen Frau, die ihre Vision einer besseren Schule gegen erheblichen politischen Widerstand durchgesetzt hat. Ihr Gründergeist ist noch heute in der Schule zu spüren
Daniela Gottschalk, Schulleiterin
Erika Opelt-Stoevesandt, geboren am 16. Januar 1919 in Wilhelmshaven, war Pädagogin mit Leib und Seele. Nach Jahrzehnten im Bremer Schuldienst – zuletzt als Direktorin des Gymnasiums An der Kleinen Helle – ließ sie sich mit 62 Jahren vorzeitig pensionieren, um etwas Neues zu wagen: eine Schule, die Bildung, Ökumene und Integration zusammendenkt. Und das zu einer Zeit, in der es in Bremen gemäß eines Schulgesetzes nur noch Schulzentren oder Gesamtschulen geben sollte. Das hätte faktisch die Abschaffung der Gymnasien bedeutet. Ferner sollte der Religionsunterricht gestrichen werden. Integrationsmöglichkeiten für körperbehinderte, leistungsfähige Schüler in Gymnasien waren nicht vorgesehen .
Den Grundstein des ÖG legte sie 1978 mit ihrer Schrift "Überlegungen zur Einrichtung eines Ökumenischen Gymnasiums in freier Trägerschaft" – liebevoll die "Blaue Erika" genannt. Die Resonanz war enorm: 30 Mitstreiterinnen und Mitstreiter gründeten den “Verein der Freunde und Förderer”.
Es gab eine sehr starke Resonanz in der Bremer Bevölkerung auf die geplante Gründung einer Privatschule. Ihre Idee wurde schnell zu einer Art Bürgerinitiative, aber ebenso schnell und heftig war der politische Gegenwind. Der Bremer Senat und seine Schulbehörde legten der Initiative immer wieder neue Steine in den Weg, um die Gründung zu verhindern.
Am 17. August 1981 öffnete das Ökumenische Gymnasium zu Bremen schließlich doch seine Türen für die ersten Schülerinnen und Schüler - trotz des schwierigen Genehmigungsverfahrens und trotz aller politischen Widerstände. Die ehemalige Lehrerkollegin von Frau Opelt-Stoevesandt, Gabriele Rogge, beschreibt es so:
Ohne die Initiative von Erika Opelt-Stoevesandt wäre es nie zu dieser Schulgründung gekommen. Sie hat Pioniergeist entwickelt: Ihre Fähigkeit, andere Menschen zu begeistern und zur Mithilfe zu bewegen, ihre detaillierten Kenntnisse der Rechtslage in Schulfragen, ihre Furchtlosigkeit im Umgang mit staatlichen Institutionen, ihre Beharrlichkeit, trotz zahlreicher Rückschläge, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, ihr ehrliches Interesse an ihren Mitmenschen und ihre Fähigkeit zur Empathie haben die Gründungsjahre dieser Schule geprägt.
Seit 1988 wird das Abitur am Ökumenischen Gymnasium zu Bremen, nach einem langwierigen Genehmigungsverfahren, schließlich auch staatlich anerkannt.
Erika Opelt-Stoevesandt war bis zu ihrem Ruhestand im Jahr 1987 Schulleiterin. Und nach dem Mauerfall initiierte sie 1991 die Gründung einer weiteren Privatschule: das Ökumenische Domgymnasium in Magdeburg (ÖDG).
Für ihr herausragendes Lebenswerk wurde sie 1996 mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet – überreicht von Bundespräsident Roman Herzog – und 1999 mit der Senatsmedaille für Kunst und Wissenschaft der Freien Hansestadt Bremen, überreicht durch Henning Scherf. 2006 wurde zu ihren Ehren die Erika Opelt-Stoevesandt Stiftung gegründet – damit ihr Geist weiterlebt und junge Talente gefördert werden.
Gremien
Die Erika Opelt-Stoevesandt Stiftung wird von zwei Gremien geleitet und überwacht. Der Vorstand verwaltet und vertritt die Stiftung, während das Kuratorium als beratender und überwachender Beirat fungiert.
Es gibt einen dreiköpfigen Vorstand, bestehend aus den beiden Vorsitzenden des Fördervereins bzw. des Trägervereins sowie der Schulleiterin des ÖG. Es handelt sich um die drei folgenden Personen (Stand Juli 2026):
Das Kuratorium, das den Vorstand berät, unterstützt und überwacht, besteht aus 5 bis 15 Personen. Derzeitiges Kuratorium (Stand Juli 2026):
- Prof. Dr. Florian Nitzsche (Vorsitzender)
- Cordula Fitsch-Saucke (stellvertretende Vorsitzende)
- Frauke Bachmann
- Verena Nölle
- Eva Schadeck
- Dr. Kerstin Löffler
Die Stiftung agiert in enger Abstimmung mit dem Ökumenischen Gymnasium zu Bremen, seinem Trägerverein, dem Verein der Freunde und Förderer des Ökumenischen Gymnasiums sowie mit dem Alumni-Netzwerk der Schule.