Als Schule in freier Trägerschaft steht das ÖG allen Kindern offen. Das Schulgeld darf kein Hindernis sein. Die Erika Opelt-Stoevesandt Stiftung ermöglicht begabten und motivierten Schülerinnen und Schülern den Zugang zum ÖG, wenn die Familie das Schulgeld nicht oder nicht in voller Höhe aufbringen kann. Gleichzeitig schaffen wir dadurch eine vielfältige und sozial durchmischte Schulgemeinschaft – zum Vorteil aller.
Bewerbung
Wenn Ihr Kind gute schulische Leistungen erbringt, eine hohe Leistungsbereitschaft zeigt, gerne Verantwortung übernimmt und sich aktiv in sozialen, musikalischen, künstlerischen oder sportlichen Bereichen engagiert – dann kann das Ökumenische Gymnasium die richtige Schule sein. Und das Schulgeld, das wir erheben, sollte kein Hindernis darstellen. Die Bewerbung um ein Stipendium ist unkompliziert. Sie benötigen folgende Unterlagen:
- das ausgefüllte Antragsformular (in Kürze hier per Download erhältlich)
- einen Einkommensnachweis der Eltern
- das aktuelle Schulzeugnis Ihres Kindes
- ein kurzer Lebenslauf Ihres Kindes mit Foto und besonderen Interessen.
Die Höhe des Stipendiums richtet sich nach Ihrer wirtschaftlichen Situation. Wir gewähren Voll- oder Teilstipendien mit unterschiedlich hoher Eigenteilleistung. Die Stipendien können vorübergehend oder für die gesamte Schulzeit von Klasse 5 bis zum Abitur gewährt werden. Wir prüfen jährlich, ob die vereinbarten Bedingungen noch erfüllt sind. Anträge können jederzeit eingereicht werden, der Stichtag ist der 30. April eines jeden Jahres. Die Bescheide erhalten Sie vor den Sommerferien.
Der Stipendienausschuss der Stiftung – bestehend aus zwei Vorstandsmitgliedern, der Koordinatorin der Mittelstufe sowie einer der beiden Schulelternsprecherinnen – prüft die Förderanträge und entscheidet über die Höhe der Bewilligung. Nicht fristgerecht eingereichte Folgeanträge können nicht berücksichtigt werden. Der Antrag geht an folgende Adresse:
Erika Opelt-Stoevesandt Stiftung
Antje Naused
Oberneulander Landstraße 143a
28355 Bremen
Begleitung
Die Erika Opelt-Stoevesandt Stiftung möchte ihre Stipendiatinnen und Stipendiaten nicht nur finanziell unterstützen, sondern auch persönlich kennen. Wir interessieren uns dafür, wie es ihnen am Ökumenischen Gymnasium ergeht, wie sie sich entwickeln, was sie erleben und was sie bewegt. Deshalb bitten wir sie am Ende eines jeden Schuljahres, einen kurzen persönlichen Bericht über ihr Schuljahr zu verfassen. Folgende Unterlagen werden jeweils am letzten Schultag eingereicht:
- persönlicher Bericht der Stipendiatin bzw. des Stipendiaten
- Halbjahres- und Abschlusszeugnis
- Informationen über das Arbeits- und Sozialverhalten.
Wir möchten betonen: Ein Stipendium der Erika Opelt-Stoevesandt Stiftung ist nicht ausschließlich für Hochleistende gedacht. Die wirtschaftliche Situation der Familie steht im Vordergrund. Schulische Leistungen und Verhalten spielen eine Rolle – aber wir schauen auf das gesamte Bild. So entsteht eine echte Beziehung – manchmal über viele Jahre.
Erfolge
Viele junge Menschen haben das Ökumenische Gymnasium besucht – manche nur einige Jahre, andere von der 5. Klasse bis zum Abitur, etliche als Stipendiaten. Sie haben sich zu Persönlichkeiten entwickelt und ihren persönlichen wie beruflichen Weg gefunden. Für die Schule ist es eine besondere Anerkennung, wenn es heißt:
Ich bin stolz, ein ÖGler zu sein!
Aus diesem Gefühl der Verbundenheit berichtet Merle Brunnée, eine ehemalige Stipendiatin, wie die Förderung der Erika Opelt-Stoevesandt Stiftung ihren Weg begleitet hat. Merle, die heute als Ärztin in der Neuroradiologie am Uniklinikum Heidelberg arbeitet, erzählt In einem Gespräch von ihren Motiven, Zielen und ihrer Verbundenheit mit dem ÖG:
Von wann bis wann – im Sinne von Schulklassen – haben Sie das ÖG besucht?
Ich habe meine gesamte Gymnasialzeit ab der 5. Klasse bis zum Abitur in der 12. Klasse besucht.
Waren Ihre Eltern die treibende Kraft oder Sie selber, weil Ihre Freunde auf das ÖG gegangen sind oder weil es in der Nachbarschaft lag? Und wenn es Ihr Wunsch war: was hatten Sie über das ÖG gehört und war Ihnen damals schon bewusst, wie wichtig Bildungsabschlüsse sind?
Ich denke, dass damals mehrere Faktoren gab, dass ich Schülerin am ÖG war. Meine Eltern waren sicherlich dabei die größte treibende Kraft, da es für eine Viertklässlern wohl kaum einzuschätzen ist, welche Schule wohl die geeignetsten Möglichkeiten für einen selbst bietet. Da sie auch für meine beiden älteren Geschwister das ÖG als Schule ausgesucht hatten und ich dadurch bei diversen Veranstaltungen die Schule kennenlernen konnte, war das für mich auch die beste Option – auch weil viele meiner Freunde ebenfalls zum ÖG gingen. Mir gefiel, dass ich einen kurzen und schönen Schulweg hatte, den ich mit dem Fahrrad mit meinen Schulfreunden fahren konnte und dass das ÖG vieles zu bieten hatte – mehrere Schüleraustausche, diverse Arbeitsgemeinschaften, Weihnachtskonzerte, Weihnachtsbasare, Sozialwanderungen – und retrospektiv eben auch die gezielte Förderung der Schülerinnen und Schüler, z.B. durch die Mathematik-Olympiade, MINT-Angebote oder Informationsveranstaltungen. Rückblickend weiß ich, dass das ÖG nicht nur Wissen vermittelt hat, sondern auch Talente erkannt und gefördert hat. Diese individuelle Förderung hat meinen weiteren Bildungsweg entscheidend geprägt.
Wir haben Sie und Ihre Eltern von den Stipendien erfahren?
Das ÖG hat über diverse Plattformen (Web, Print) ausreichend Informationen über die Stipendien zur Verfügung gestellt und zur Bewerbung auf ein Stipendium ermutigt. Der Prozess lief damals überwiegend über meine Eltern.
Was hat Ihnen das ÖG selbst mitgegeben – fachlich, persönlich, im Miteinander?
Ich bin sehr dankbar, dass ich das ÖG besuchen konnte. Die Werte, die mir dort vermittelt wurden, sind grundlegend für meine weitere Laufbahn gewesen. Mein Ehrgeiz und Zielstrebigkeit wurden gefördert, ebenso aber auch das persönliche Miteinander und kulturelle Werte. Am ÖG wurden Ökumene, partnerschaftliches Miteinander, vielseitiges Engagement und Verantwortungsbewusstsein vorgelebt und vermittelt. Ebenso wertvoll war das Netzwerk aus Lehrkräften, Mitschülerinnen und Mitschülern sowie Alumni. Schon während der Schulzeit habe ich erlebt, wie gegenseitige Unterstützung und der Austausch über Studien- und Berufswege neue Perspektiven eröffnen können. Dieses Netzwerk begleitet mich bis heute.
Hat die Schulzeit am ÖG Ihren Blick auf Gesellschaft, Verantwortung oder Ihre eigenen Möglichkeiten verändert?
Ich denke, dass mit meine Schulzeit am ÖG insbesondere den Blick auf meine eigenen Möglichkeiten beeinflusst hat. Ich habe gelernt, wie ich mit Ehrgeiz und Arbeit meine Ziele erreichen kann und das Selbstbewusstsein gestärkt, mir hohe Ziele zu setzen und Verantwortung zu übernehmen. Gleichzeitig habe ich verstanden, wie wichtig es ist, Chancen weiterzugeben. Nicht jede Schülerin und jeder Schüler startet mit den gleichen Voraussetzungen. Umso wichtiger sind Schulen und Stipendienprogramme, die Begabung fördern und unabhängig von der finanziellen Situation der Familie Perspektiven eröffnen.
Würden Sie anderen Familien empfehlen, sich um ein Stipendium zu bemühen, wenn sie das Schulgeld nicht in voller Höhe zahlen können?
Ein Stipendium bedeutet weit mehr als eine finanzielle Entlastung und ich empfehle anderen Familien eine Stipendiumsbewerbung. Es eröffnet Chancen, die den weiteren Lebensweg nachhaltig prägen können. Für mich persönlich war die erfolgreiche Bewerbung nicht nur eine große Wertschätzung, sondern auch Motivation und Selbstvertrauen, mich später um weitere Stipendien, beispielsweise im Studium oder für meine Forschungsprojekte während meiner Weiterbildung als Assistenzärztin, zu bewerben.
Können Sie sich vorstellen, den Stipendienfonds selbst zu unterstützen – oder auf andere Weise mit dem ÖG verbunden zu bleiben?
Gerne gebe ich etwas von dem zurück, was mir das ÖG und das Stipendium ermöglicht haben. Ohne diese Förderung wäre mein heutiger beruflicher Weg vielleicht nicht in dieser Form möglich gewesen. Deshalb möchte ich dazu beitragen, dass auch zukünftige Schülerinnen und Schüler diese Chance erhalten. Besonders freue ich mich darauf, junge Menschen als Ansprechpartnerin zu begleiten und ihnen Mut für ihren eigenen Weg zu machen.