Die Buchstaben tanzten – aber ich bin geblieben.

Lina, eine Schülerin der Oberstufe, erinnert sich gut an ihren Start in der 5. Klasse:

„Ich liebe Geschichten. Aber Lesen war für mich wie ein Marathon. Die Buchstaben tanzten auf der Seite, ich kam ständig aus dem Takt. Ich hörte lieber Hörbücher – da konnte ich ganz in die Geschichten eintauchen, ohne erschöpft zu sein. In Mathe war ich super, auch in Naturwissenschaften – aber in Deutsch machte ich einfach zu viele Fehler. Und das, obwohl ich wirklich viel geübt habe. Das hat mich traurig gemacht.“

Als Lina auf das ÖG kam, wurde sie – wie alle Kinder – zu Beginn der 5. Klasse getestet. Danach wurden ihre Eltern und sie in einem ruhigen Gespräch darüber informiert, dass es für Lina ein besonderes Förderangebot gibt: das Lese-Rechtschreib-Projekt. „Seitdem wurde alles besser. Ich wurde nicht mehr an meinen Fehlern gemessen, sondern an dem, was ich kann. Meine Noten in Deutsch waren geschützt und im Projekt habe ich Sprache ganz neu entdeckt – kreativ, spielerisch, ganz in meinem Tempo. Und das Beste: Am Anfang jeder Stunde machten wir eine Entspannungsübung. Ich hätte nie gedacht, dass das so hilft!“

Lina blieb mehrere Jahre Teil des Projekts – heute steht sie kurz vor dem Abitur und braucht keine zusätzliche Unterstützung mehr. „Ich bin so froh, dass ich mich für das ÖG entschieden habe. Hier wurde gesehen, was ich brauche – und wer ich bin. Und heute habe ich sogar wieder Spaß an Deutsch!“