Ökumene

Die Ökumene ist der Kompass in unserem Schulleben und prägt es nachhaltig. Sie zeigt sich in vielfältiger Weise in unserem Schulalltag – als Grundhaltung und in Form vieler Aktivitäten.

Die ökumenische Ausrichtung unserer Schule beruht auf der Überzeugung, dass für die geistige Entwicklung eines jungen Menschen eine sichere Werte-Grundlage unverzichtbar ist. Unsere Kultur ist christlich-abendländisch geprägt, öffnet sich aber vielen neuen Einflüssen. Das spiegelt sich in unserer Schulhaltung wider.

Wir vermitteln unseren Schülern christliche Grundlagen, indem wir sie zur Teilnahme an einem Religionsunterricht verpflichten, der das Christentum in allen seinen Facetten beleuchtet. Dabei fordert er zur kritischen Auseinandersetzung mit Gemeinsamkeiten und Unterschieden heraus. Unser breit gefächerter Lehrplan schließt selbstverständlich die Vermittlung der Kenntnis der Weltreligionen und die Auseinandersetzung mit ihnen ein.

Neben dem Religionsunterricht findet an jedem Schulsamstag eine Morgenandacht statt, die von wechselnden Mitgliedern der Schulgemeinde gestaltet wird. Vier Gottesdienste begleiten das Schuljahr und einmal während ihrer Zeit am ÖG haben unsere Schüler die Gelegenheit, an einem mehrtägigen Klosteraufenthalt teilzunehmen. Darüber hinaus besuchen wir Kirchen, Synagogen und Moscheen, laden Vertreter verschiedener religiöser Richtungen zum Gespräch ein und beteiligen uns aktiv an Kirchentagen.

Soziale Aufgaben auf der Grundlage von Toleranz und Nächstenliebe wahrzunehmen gehört für uns untrennbar zum ökumenischen Gedanken. So integrieren wir nicht nur körperlich behinderte Schüler, unsere Klassen übernehmen zudem Patenschaften für Kinder der dritten Welt oder soziale Projekte. Darüber hinaus können unsere Schülerinnen und Schüler während ihres Schulpraktikums einen Blick in verschiedene soziale Einrichtungen werfen und dort selbst tätig zu werden.

Alle zwei Jahre findet eine Sozialwanderung statt, deren Erlös einem sozialen Zweck zu Gute kommt und bei der unsere Schüler ein bemerkenswertes Engagement zeigen.

In regelmäßigen Konferenzen und Arbeitskreisen überprüfen wir kontinuierlich unsere Arbeit und reagieren auf äußere und innere Entwicklungen, damit der ökumenische Gedanke stets lebendig bleibt. Lesen Sie hierzu auch den Vortrag „Warum ökumenische Bildung?“ (PDF-Datei) von Dr. Wilfried Kurth.

Viele Menschen beteiligen, vielseitige Begabungen einbringen und über den Horizont des Schulalltags hinaussehen: Das sind Kennzeichen unserer Schulgottesdienste. Sie werden bereits seit Jahren zu bestimmten Zeiten gefeiert, doch es gibt immer wieder Neuerungen und neue Gestaltungsideen.

Das Schuljahr wird begleitet durch eine Reihe von Gottesdiensten, an denen die Schülerinnen und Schüler bestimmter Jahrgänge in Zusammenarbeit mit Unterrichtenden und verschiedenen Pastorinnen und Pastor beider Konfessionen beteiligt sind. Dabei spielt auch Musik eine große Rolle: Christian Panse begleitet die meisten Lieder an der Orgel, und manchmal greift auch Dirk Piezunka zum Saxofon – beide mit einer großen Selbstverständlichkeit und Leichtigkeit, die den Gottesdiensten sehr gut tun.

Nicht wegzudenken ist der Schulchor aus den Gottesdiensten. Schülerinnen und Schüler singen Stücke aus dem jährlichen ÖG-Weihnachtskonzert oder anderes; manches wird auch speziell eingeübt. Durch die Mitwirkung wachsen viele Sängerinnen und Sänger in den Chor und auch in die Gottesdienste hinein, so dass am Ende der Schullaufbahn, in der Abschlussklasse, manche schon sehr deutliche Erwartungen daran äußern, was der Chor zum eigenen Abi-Entlassungsgottesdienst singen soll. Gaby Stefes versteht es seit Jahren, aus einer immer wieder wechselnden Zusammensetzung einen singfähigen Chor zu formen, der die Gottesdienste hörbar und sichtbar bereichert.

Gemeinsames Engagement

Die inhaltliche Leitung der Gottesdienste teilen sich die hauptamtlichen Pastorinnen und Pastoren beziehungsweise Pfarrer von Gemeinden der evangelischen und katholischen Kirche, die dem ÖG verbunden sind. Sie treffen sich ein- bis zweimal im Jahr mit Vertretern des ÖG, um über die Gottesdienste zu sprechen, aber auch um gemeinsame Erfahrungen und Entwicklungen in der Lebenswelt Jugendlicher auszutauschen.

Diese Gespräche finden in großer Offenheit statt und strahlen so auch auf die gemeinsame Gestaltung der Schulgottesdienste aus. So wird Ökumene ganz konkret erfahrbar und sichtbar, und die Gottesdienste gewinnen in ihrer Gestaltung an Vielfältigkeit, weil immer wieder andere Schüler und Pfarrer/Pastoren sich darin einbringen. Als Koordinator, aber auch als Mitwirkender ist Tilman Heidrich in seiner Funktion als Schulpastor zuständig, unterstützt durch weitere Mitglieder des Kollegiums.

Während des Schuljahres feiern wir verschiedene Gottesdienste:

Am Anfang jedes Schülerdaseins am ÖG steht ein Einschulungsgottesdienst für die neuen Fünftklässler in der Oberneulander Kirche. Im August 2010 gab es zudem zum ersten Mal eine Schuljahrseröffnung auf dem Pausenhof: Pastor Clemens Hütte aus Borgfeld hielt für alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 6 bis 13 eine kurze Andacht und machte so deutlich, dass wir in der Schule nicht nur den Horizont unserer eigenen Klassen und Kurse, sondern die Schule als eine große Gemeinschaft sehen können. Es schlossen sich die Vorstellung des neuen stellvertretenden Schulleiters und Ansagen zum Beginn des Schuljahres an.

Es geht weiter: Am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien stimmt ein Weihnachtsgottesdienst die Schulgemeinde auf das bevorstehende Fest ein, meist in der Oberneulander Kirche. Jugendliche aus den 9. Klassen bereiten ihn vor, und Musik aus dem ÖG-Weihnachtskonzert ist noch einmal zu hören.

Am letzten Schultag vor Beginn der Sommerferien sind es dann die Schülerinnen und Schüler des 11. Jahrgangs, die einen Gottesdienst gestalten, bei dem der Rückblick auf das Schuljahr und die bevorstehende Ferienzeit im Mittelpunkt steht. Diese Gottesdienste werden abwechselnd in der St. Ansgarii-Kirche (evangelisch) und in St. Ursula (katholisch) gefeiert.

Gottesdienste für unsere Abiturienten

Wenige Tage oder Wochen zuvor werden die Abiturienten entlassen. Neben ihrer offiziellen Entlassung und Zeugnisausgabe hat der von ihnen selbst vorbereitete Gottesdienst ein eigenes Gewicht. Die Abiturienten bestimmen selbst, mit welcher Pastorin oder welchem Pastor und in welcher Kirche der Gottesdienst gefeiert werden soll. Für viele Abiturienten ist dies ein sehr gefühlvoller Gottesdienst, der die langen zurückliegenden Schuljahre Revue passieren lässt, aber auch Mut macht für das künftige Leben. Nicht nur die Punkte auf dem Abizeugnis, sondern auch ein gottesdienstlicher Segen stehen so am Ende der eigenen Schullaufbahn.

Natürlich gibt es nicht nur diese großen regelmäßigen Gottesdienste während eines Schuljahres. Manchmal ist dafür auch außer der Reihe Zeit: Zum 25. Bestehen unserer Schule etwa oder auch als Bestandteil einer Trauerfeier für einen verstorbenen Kollegen.

Aber auch der Schulalltag wird durch Gottesdienste in kleinerer Form begleitet: Die Schulsamstage sowie die Sozialwanderung und der Weihnachtsbasar beginnen mit etwa viertelstündigen Morgenandachten. Auch diese werden von verschiedenen Menschen gestaltet – in diesem Fall von Unterrichtenden, die sich zusammen mit ihrer Klasse um die Gestaltung kümmern. So leben diese Andachten ebenfalls von der Vielfältigkeit der Mitwirkenden, sind ein kleiner Ruhepol im Schulalltag und eine Möglichkeit, persönlich wichtige – und durchaus auch ungewöhnliche – Themen zur Sprache zu bringen und für diese Gedanken und Anliegen passende gottesdienstliche Formen auszuprobieren.