Besuch des Geschichts-LK in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Bereits Ende Januar fuhr unser Geschichts-Kurs des Jahrgangs 11 mit Frau Richter in die KZ-Gedenkstätte Neuengamme in der Nähe von Hamburg. Die Konrad-Adenauer-Stiftung hat diesen Ausflug ermöglicht und finanziert. Diese weiterbildende Exkursion wurde zeitgleich von mehreren Klassen aus Bremen durchgeführt.

 

Neuengamme war das größte Arbeitslager in Nordwest-Deutschland. Über 100.000 Menschen wurden hier inhaftiert (von 1938-1945) und es erstreckt sich über ein Gelände von 57 Hektar. Das entspricht ungefähr einer Größe von 80 Fußballfeldern, eine riesige Fläche, die uns mächtig einschüchterte.

 

Begonnen hat unsere Führung mit einem Rundgang über den Hof bis zu den Gleisen, wo die, wegen oppositioneller politischer Gesinnung, dem Verdacht, homosexuell zu sein, und anderen, uns völlig absurden Gründen, Inhaftierten ankamen. Die Reise in dem engen, stickigen Waggon oft ohne Zugang zu Wasser, Nahrung oder sanitären Einrichtungen, war zutiefst erniedrigend und hat uns alle schockiert.

 

Danach gingen wir zum ehemaligen Krematorium, wo die Leichen verbrannt wurden und sich jetzt eine Gedenkstelle befindet. Vorbei an den ehemaligen Wohnbauten, die mit Steinen markiert sind, ging es zu der Hauptausstellung. In ihr waren Wohnbereiche dargestellt und es gab unzählige Bücher mit individuellen Biographien von dort Verstorbenen. Diese Geschichten zu lesen war sehr berührend, da sie von Menschen erzählen, die aus unserer Mitte stammen könnten und deren Leben ein so furchtbares Ende nahm. Im Haus des Gedenkens, das wir zum Schluss besichtigten, sind alle Namen der tausenden von Opfern entlang der Wände aufgelistet.

 

Unser Kurs ist sich absolut einig darüber, dass uns dieser Ausflug immer im Gedächtnis bleiben wird. Natürlich lernt jeder Schüler über die Verbrechen des NS-Regimes, aber dort zu stehen und sich alles bildlich vor Ort vorzustellen, ging uns sehr unter die Haut. Man kann diese Gefühle nicht durch ein Geschichtsbuch erfahren und wir wünschen es jedem, eine solche Erfahrung einmal machen zu können. Vielen Dank an Frau Richter, dass sie keine Zeit und Mühen gespart hat und uns diesen denkwürdigen Tag ermöglicht hat.

 

Wir können uns heute schlichtweg nicht mehr vorstellen, wie unglaublich grausam, absolut unmenschlich, brutal und sadistisch die Nationalsozialisten mit den Insassen umgegangen sind. Sie wollten die Menschen zu Tode quälen mit Zwangsarbeit und Folter sowie durch entwürdigende und tödliche Lebensbedingungen.

 

Jeder von uns trägt die Verantwortung, solche Zustände niemals wieder zu dulden!

 

Anna Fliss und Katharina von Mering, Jg. 11