Vive la France —- aux Caraïbes

 

Im Rahmen des Projekts „Guadeloupe – Ein Dossier zum Mitgestalten“, einer Kooperation des Ökumenischen Gymnasiums und der Universität Bremen, stand über Ostern die große Reise in die Karibik auf dem Programm: Schüler der 10. Klassen und Hochschulangehörige reisten gemeinsam in die französische Région ultrapériphérique européenne.

Die eigentliche Reise hat am 27.03 am Bremer Flughafen begonnen. Von Bremen aus flogen wir nach Paris und von dort nach Pointe-à-Pitre, die Hauptstadt von Guadeloupe. Nach einer insgesamt 16-stündigen Reise sind wir dann in der Hafenstadt St. Anne angekommen, welche unser Zuhause für die folgenden Tage geworden ist.

Von St.Anne aus unternahmen wir täglich unterschiedliche Ausflüge, um die Insel zu erkunden. Wir haben zahlreiche interessante Orte besucht, darunter das Collège Nestor de Kermadec, eine Destillerie außerhalb der Stadt Le Moule, einen berühmten Friedhof in Morne-à-l’Eau, das Mémorial d’ACTE in Pointe-à-Pitre und den wunderschönen Nationalpark der Insel, dazu haben wir einen Nachmittag mit einer kreolischen Familie miterleben dürfen.

In dem Collège haben wir an einem Tag den typischen Schulalltag kennengelernt und an einem zweiten Tag an Workshops mit den Schülern teilgenommen. Des Weiteren war es uns möglich viele Interviews und persönliche Gespräche mit den Schülern zu führen. In der Destillerie nahe Le Moule haben wir mitansehen können, wie der typische karibische Rum hergestellt wird.

Auf dem Friedhof in Morne-à-L’Eau lernten wir die traditionellen Bestattungsriten der Inselbewohner kennen und bewunderten die unglaublichen Grabstätten der Einwohner. Das Mémorial d’ACTE in Pointe-à-Pitre ist ein beeindruckendes und informatives Museum mit Bezug auf die vergangene Entwicklung Guadeloupes und der Geschichte des Sklavenhandels in der Karibik zu Kolonialzeiten.

Der Nachmittag mit der kreolischen Familie war eines unserer erfahrungsreichsten Erlebnisse der Reise. Wir verbrachten den Nachmittag in den höher gelegenen Gebieten außerhalb von Pointe-à-Pitre mit der Familie Sylvestre. Ein besonderer Genuss war ein viergängiges kreolisches Abendessen mit einer Familie im Alter von fünf bis 96. Darauf folgte ein kleiner Ausflug in ihren exotischen Garten mit typisch karibischen Früchten, z.B. Goyave, Acerola, Ananas, Papaya, Sternfrucht etc. Jede einzelne dieser Früchte haben wir gekostet. Den späteren Abend verbrachten wir mit einem sehr intensiven und Einblick gewährenden Interview, in welchem wir vieles über die Geschichte und die persönlichen Erlebnisse der Familienmitglieder erfahren haben. Wir konnten in einem sehr rührenden Gespräch vieles über die Fragen der Identität, das Verhältnis zu Frankreich und auch über aktuelle politische Probleme im Land erfahren.

Ein weiteres Highlight der Reise war die Besteigung des 1467m hohen Vulkans, la „Soufrière“, der immer noch hin und wieder die „guadeloupianische“ Bevölkerung in Atem hält.

In den letzten Tagen erfuhren wir durch den Besuch im botanischen Garten und im Aquarium in konzentrierter Form die Flora und Fauna der Insel.

Nun steht noch ein Menge Arbeit an. Nach Sichtung der vielen Videos und Fotos geht es an die konkrete Materialsammlung und Aufgabenkonzeption. Es muss nun geschaut werden, welche Filmausschnitte einen authentischen Mehrwert darstellen und die Interessen der Schülerinnen und Schüler ansprechen. Dabei werden bereits erste Ideen im Unterricht ausprobiert und genau auf ihre Eignung hin überprüft. Hierfür arbeiten sowohl die universitäre Seite als auch die Schülerinnen und Schüler eng zusammen. Wenn erste Aufgabenversionen stehen, werden diese in Form eines Dossiers mit den nächsten Französischkursen der 10. Klasse getestet.

Wir sind gespannt!