Den Krieg vor der Haustür

Am 10. und 11. Januar 2015 lädt Sie der Kurs Darstellendes Spiel 12 herzlich zu zwei Aufführungen des Stückes Schlachtzeit (frei nach einer Vorlage von Boris Vian) ein. Fast sieben Monate hat sich der Kurs Darstellendes Spiel 12 mit diesem bissig-zynischen Theaterstück befasst, das 1947 geschrieben und erst 1950 uraufgeführt, bereits vor 8 Jahren in einer anderen Fassung im ÖG zu sehen war. Der Kurs hat eine eigene Fassung dieses Stückes geschrieben, das sicherlich zu Gesprächen und Diskussionen Anlass geben wird.

Die Grube erster entwurfWir befinden uns am 06. Juni 1944 in der Normandie,  am D-Day, der sich vor ein paar Monaten zum siebzigsten Mal jährte. Das Stück handelt von der Normalität des Krieges, wobei der Schauspieler wie der Zuschauer oft nicht weiß, ob er angesichts der Unbedarftheit der Figuren lachen oder weinen soll. Und immer wieder stellte sich die Frage, ob man über den Krieg lachen darf oder gar soll.
Die Endfassung wird in der ersten Januarwoche während eines Theaterlabors auf der Ostewerft erstellt, die Aufführungen sind am Samstag, den 10. Januar 2015 um 19.30 Uhr und am Sonntag, den 11. Januar 2015 um 17 Uhr. Wir empfehlen das Stück ab 14 Jahren!

 

Aus dem Vorwort von Boris Vian:

„Ich erlaube mir die Überlegung, dass man versuchen kann, die Menschen mit etwas anderem zum Lachen zu bringen, und es ist nicht skandalös, mit Heiterkeit zum Beispiel über den Krieg herzuziehen. Ich bedaure, zu den Menschen zu gehören, die der Krieg weder zu patriotischen Gefühlen noch zu kriegerischen Grimassen veranlasst, noch auf Mordgedanken bringt, noch in den Zustand herzergreifender und bewegter Einfalt oder in den unerwarteter Pietät versetzt – nichts dergleichen, mich versetzt er dagegen völlig in den Zustand verzweifelter Wut gegen die Absurdität von Schlachten, die Wörter-Schlachten sind, die aber Menschen aus Fleisch und Blut töten. …“