Geschichtskurs informiert sich über deutsche Verlage im Nationalsozialismus

Am 14.11.2017 besuchten die Schülerinnen und Schüler des Geschichtshauptfachkurses von Herrn Werner einen Vortrag, den die Wittheit zu Bremen im Haus der Wissenschaft veranstaltete. In seinem Vortrag gab Prof. Dr. Klaus G. Saur, München, eine umfassende Darstellung zur Situation und Entwicklung der Verlage im Nationalsozialismus. Zunächst beleuchtete er die Situation vor der Machtübernahme im Jahr 1932 und beschrieb Deutschland als führend im Verlagswesen (über 3000 Verlage im Deutschen Reich ansässig). Vor allem die herausgehobene Stellung Leipzigs als Verlagsstadt beschrieb Saur.
In einem zweiten Schritt seiner Analyse beschäftigte Saur sich exemplarisch mit den Verlagen nach
1933 und dem damals erfolgten Aderlass (etwas 1000 Verlage mussten den Betrieb einstellen).
Drittens ging Saur auf den Umgang der Verleger mit dem Nationalsozialismus ein und unterschied
zwischen der exilierten und emigrierten Verlagen und Verleger, den Naziverlagen, den angepassten
Verlagen, sowie den Verlagen die keine Nazi-Literatur oder —texte veröffentlicht haben. In einem
letzten Schritt charakterisierte Saur einzelne verlegerische Persönlichkeiten der damaligen Zeit und
der Nachkriegszeit ehe er auf die Rolle von Untergrundverlagen und Untergrundschriften
(Tarnschriften, Flugschriften u.ä.) einging und einen Überblick über die Situation nach dem 10. Mai
1945 gab.
Der exzellente Vortrag war eine Bereicherung für alle Teilnehmer!