Loverboys – Meister der Manipulation

Sie sind attraktiv, jung und äußerst charmant. Sie fahren tolle Autos und machen großzügige Geschenke. Ihr Ziel: mit jungen Mädchen möglichst viel Geld zu verdienen. Um dies zu verwirklichen, gehen sie mit großer Geduld vor. Sie nehmen an teuren Schulungen teil, um die Masche zu erlernen. Zeigt ein Mädchen Potential und Interesse, wird sie emotional abhängig gemacht. Die Loverboys gaukeln eine Liebesbeziehung vor. Dieser Prozess kann viele Monate dauern, denn Vertrauen muss erst hergestellt werden. Wenn die Mädchen dann emotional anhängig sind, werden sie für viel Geld auf dem Straßenstrich gehandelt. Die wenigsten dieser Mädchen sehen sich als Opfer, zu groß ist die Angst, den Loverboy zu verlieren, zu überwältigend das Schamgefühl. Genau aus diesem Grund sind Zahlen zu dieser Art von Menschenhandel auch sehr ungenau. Wie hoch die Dunkelziffer tatsächlich ist, kann auch das Bundeskriminalamt nur schätzen.

Weil Mädchen aus allen Schichten und auf allen Bildungswegen auf die Meister der Manipulation reinfallen, wird an vielen Schulen inzwischen präventiv gearbeitet. Auch wir wollten im Rahmen der Sucht- und Gewaltprävention informieren. Am Dienstag den 17.09. 2019 kam Herr Dr. Yazici vom Täter-Opfer-Ausgleich und berichtete den Mädchen des 10. und 11. Jahrgangs über die Masche der Loverboys. Sein Fazit, ein Zitat von Oscar Wilde: „Sich selbst zu lieben, ist die sicherste Art, sein Leben lang geliebt zu werden.“

In seinem Vortrag erkläre Herr Dr. Yazici den Schülerinnen, was ein Loverboy ist, wo er Mädchen kennenlernt, wer als Opfer in Frage kommt, wie die Masche der Loverboys funktioniert und wie man sich und andere schützen kann. Im Laufe des Vortrags wurde ein klarer Bogen zur Sicherheit im Netz gezogen und auch hervorgehoben, dass ein gutes Selbstwertgefühl immer den allerbesten Schutz bietet.