Was Samuel, Miel, Israel Neumann, Georg, Marc und ein deutscher Soldat uns zu sagen haben

Eine außergewöhnliche Schulwoche im belgischen Lommel

33 NeuntklässlerInnen haben sich gemeinsam mit Frau Hillmer, Herrn Thomas und Herrn Schmitz auf das Abenteuer einer Begegnung mit unserer jüngeren Vergangenheit eingelassen, wobei diese sowohl 75 Jahre her ist und zugleich täglich aufflackert. So begegneten die Jugendlichen auf dem großen Friedhof der Deutschen Kriegsgräberfürsorge Lommel in Belgien mit mehr als 39000 Gräbern und bei der Besichtigung der Gedenkstätte Fort Breendonk, in der Menschen während der Nazizeit gefoltert und umgebracht wurden, der grausamen Vergangenheit des Mordens und der Entmenschlichung. Dabei waren sie auch immer wieder mit den aktuellen Themen der Fremdenfeindlichkeit, des Populismus und der Allgegenwart militärischer Präsenz konfrontiert. Vergleiche lagen nahe, wenn um uns herum Maschinengewehrschüsse vom naheliegenden Militärübungsgelände zu hören waren und über uns Militärmaschinen ihre Übungsflüge absolvierten. Ebenso wurden aktuelle Vorkommnisse rund um fremdenfeindliche Gruppierungen in ganz Europa besprochen.

Zugleich aber wurde auch am Neuen gebaut, mit Bambusstangen und Gummibändern bis zu 7,40 Meter hohe Türme erschaffen, die wirklich stabil waren. Die Menschenrechte wurden diskutiert und bekamen über zum Studium ausgelegte Biografien Gesichter und Geschichten. Und der 74-jährige Miel, der als Samuel auf die Welt gekommen war, erzählte von seinem Leben, das versteckt in einer niederländischen Familie begann und ihn später nach Israel und wieder zurück in die Niederlande führte. Seinen Eltern, an die er keine wirkliche Erinnerung hat, war er erst vor ein paar Jahren in Auschwitz wirklich nah, als er sich traute, den Ort ihres Todes zu besuchen.

So war es ein ständiger Wechsel von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, den wir in Lommel erlebten. Die engagiert geführte Bildungsstätte gab uns allen einen Raum, in dem wir das Erlebte zu verarbeiten anfangen konnten, um mit Zuversicht an die Zukunft und die nahenden Ferien zu denken. Als Kontrastprogramm konnten wir Antwerpen bei bestem Wetter genießen.