We want Moor

“ O, schaurig ist’s, übers Moor zu gehn, wenn es wimmelt vom Heiderauche, sich wie Phantome die Dünste drehn und die Ranke häkelt am Strauche, unter jedem Tritte ein Quellchen springt, wenn aus der Spalte es zischt und singt.“ 

Nun, ganz so schaurig war es nicht, als sich der Geographie-Hauptfachkurs 11 von Frau Hütte zusammen mit dem Geographie-Nebenfachkurs 11 von Frau Steinecke in der vorletzten Woche zu einer Exkursion ins Teufelsmoor aufmachte. Die Sonne schien warm von einem blauen Himmel und von Nebel und Phantomen war weit und breit nichts zu sehen. Selbst die Mücken und Bremsen waren ausgesprochen friedlich; nur der Gagelstrauch duftete aromatisch und die Heide blühte zart rosa. Dafür konnten die Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Unterrichtseinheit „Geofaktoren als natürliche Grundlage des menschlichen Lebens auf der Erde“ am Beispiel des Ökosystems Moor hautnah erleben und erfahren, wie einzigartig die Lebensbedingungen für Tiere und Pflanzen im Moor sind, warum Moore ein ursprünglicher Lebensraum in unserer norddeutschen Landschaft sind, wie der Mensch Moore über die Jahrhunderte hinweg gefürchtet und genutzt hat und wie bedroht heute dieser einzigartige Lebensraum ist. Staunend wurde beispielsweise das kleine Exemplar des Sonnentaus betrachtet, der mit seinen tauglitzernden klebrigen Drüsenhaaren Insekten anlockt, fängt und verdaut, um so den Nährstoffmangel im Moor auszugleichen. Beeindruckend war auch, dass ein fast 2 m langer Stock mühelos und komplett in einem feuchten Moorloch verschwand und dass an mancher Stelle der Moorboden durch Hüpfen so richtig zum Schwingen gebracht werden konnte. Und wer hatte gedacht, dass das saugfähige Torfmoos vor dem Zeitalter der Papierwindeln mancherorts auch als Einlage für Babywindeln diente?

Während eines etwa 5 km langen Rundwegs durch das Hamberger Moor wurden verschiedene Aspekte der Moorökologie und Moornutzung angesprochen. Eine ausführliche geoökologische Geländekartierung in verschiedenen Moorbereichen machte das Gesagte anschaulich. Da musste schon mal ein Bohrstock tief in den Moorboden eingehauen werden oder eine Pflanzenkarte gezeichnet werden, was aber den meisten großen Spaß machte. Im Anschluss daran ging es noch kurz zum Verlüßmoor, wo über Jahrhunderte intensiv Torfabbau betrieben wurde. Am Weyerberg in Worpswede erlebten die Teilnehmer einen ganz anderen Landschaftstyp. Im Unterschied zu den eiszeitlichen Urstromtälern, die später vermoorten, geht der 51 m hohe Weyerberg auf eine eiszeitliche Ablaserung zurück, so dass im Bodenprofil auch kein Torfmoos sondern nur Sand und Steine zu finden waren. Abschließend wurde noch das Freizeitgebiet Neu-Helgoland in Worpswede besucht, um den Schülerinnen und Schülern neben dem Hochmoor auch ein Niedermoorgebiet vorstellen zu können. Und nach so viel Informationen rund um das Moor hatten sich alle eine ordentliche Pause am Hammestrand oder bei einem Eis verdient. Do you want Mooor?